Wer bin ich?

Manchmal stehe ich am Rand meiner eigenen
Tage, ein Zuschauer nur bei der eigenen Frage.
Die Welt dreht sich weiter, im Takt und im Licht,
doch das, was ich bin, erreicht sie wohl nicht.

Ich trage die Maske, das Lächeln, die Pflicht,
doch unter der Haut brennt das wahre Gesicht.
Ein leises Verloren sein, mitten im Gehen, als
würde ich fremd in den Spiegeln nur stehen.

Ein Ziehen, kein Schrei – nur ein sanfter
Schmerz, ein Echo der Leere im klopfenden
Herz. Ich funktioniere, ich laufe, ich bin,
doch wo ist die Heimat, wo steckt der Sinn?

Ich sehne mich fort nach dem Ort ohne Zeit,
nach Ankunft im Jetzt, nach Geborgenheit. Dass
die Suche verstummt, dass die Stille mich trägt,
und ein einfaches „Ja“ sich auf alles hier legt.

Denn tief unterm Nebel, ganz weit und ganz sacht,
ist da ein Licht, das noch immer dort wacht. Du
darfst einfach sein, ohne Ziel, ohne Schein, du
musst nicht erst werden – du bist schon ganz dein.

Dana Stella Schuhr

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