Kein Fackelbrand, kein Sturz von Flam-
men, die Throne bleichen lautlos aus.
Was Jahrtausende hielt zusammen,
zerfällt nun zu Stein im Götterhaus.

Ares klammert sich an den Stahl, der
Spiegel wird in Aphrodites Hand zum
Mal, und Heras Ring, einst Machtsymbol,
ist nur noch Erz, von Sinn ganz hohl.

Die Spitze der Pyramide bricht, der
„Erste“ schwindet im neuen Licht. Kein
Befehl mehr, der die Welt bewegt,
kein Opfer, das das Schicksal pflegt.

Die Parzen lassen die Fäden los, denn
der Geist des Menschen wurde groß.
Dort sitzt er nun, der alte Gott, kein
Ziel des Hasses, kein Objekt für Spott.

Ein Monument aus Fleisch und Leere,
ohne die Krone, ohne die Schwere.
Er blickt durch uns ins Nichts hinein,
verdammt, auf ewig stumm zu sein.

Die Welt ist frei, der Himmel weit,
es herrscht die nackte Menschlich-
keit. Kein König führt uns durch die
Nacht, wir sind endlich erwacht!

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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