Aus jener edlen Kaffeebohne braut
man ein köstlich Elixier. Ob rein
und schwarz, ob mit Laktone,
fünf Tassen schon verdank ich ihr.

Am Morgen lockt das Ritual, der
Becher dampft, der Geist erwacht.
Sonst wird der Tag zur Höllenqual,
bevor ein Lächeln uns entfacht.

Am Nachmittag im süßen Schein,
bei Kuchen und bei Backwerk fein,
verliert man sich im Hochgenuss,
bis man noch mehr versuchen muss.

Wenn abends dann die Schatten steigen,
vermeiden manche jenen Trank. Sie
fürchten, dass im Schlummer-Reigen
das Auge offen bleibt, voll Drank.

Doch duftet es im Morgengrauen,
beginnt das Hirn sogleich zu tauen.
Das Herz wird leicht, die Arbeit flink,
durch jenen herben Zauberwink.

An jedem Ort, in fernen Zonen,
begegnen uns die Zauberbohnen:
Espresso, Mokka, Cappuccino,
ob „To-Go“ oder mit Vino.

Mit Milch, mit Sahne, Irish Style,
Macchiato ist ein Urteil feil.
Aroma fliegt durch alle Räume,
beflügelt Geist und uns’re Träume.

In unserm fiktiven Café, da säßen
wir gern bei Tee und Klee, an
einem Brett voll kluger Bücher, auf
weichen Polstern, feine Tücher.

Wir plauderten in trauter Runde,
den Kelch beständig an dem Munde.
Bei Backgammon und Schachpartien
lässt man die Sorgen weiterziehen.

Was kümmert uns die britisch’ Art?
Wir halten an der Bohne hart.
Und an der Theke, oh wie wunder,
liegt Apfelkuchen, zuckert-punder.

Mit Rosinen, Streuseln, warmem Duft,
liegt süße Sehnsucht in der Luft.
Ob Apple-Pie, ob deutscher Guss –
für jeden gibt’s den Hochgenuss.

Und während Damen kichernd kosen
und Windhauch spielt mit Balkonrosen,
blickt manch ein Neid aus fremder Nase
auf uns’re Tassen, fern der Vase.

Ist dann das Tagewerk vollbracht,
wird noch ein Kännchen klar-
gemacht. Zwei Tassen tilgen alles
Leid, schenken uns Geborgenheit.

Ich ruh’ mich auf dem Sofa aus, die
Wäsche bleibt ein fernes Graus. Ein
letzter Schluck, der Kelch nun leer,
doch Lust auf mehr fällt gar nicht schwer.

Ob mit Sahne, schwarz, ob heiß,
Kaffee ist der Lebenspreis. Ein Hoch
auf die Bohne, so klein und so rund,
sie hält uns fit und macht uns gesund!

Dana Stella Schuhr

Beitrag teilen
Avatar von Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert