Seelenwelten von Dana Stella Schuhr


Kategorie: Gedichte

  • Das tiefe Ich

    Das tiefe Ich Diese finstre Ecke im Treppenhaus, wo die Lichtstrahlen sterbend rufen, sie ist mir, so oft ich sie ahne, ein Graus und in ihrem Schatten die Stufen. Woher die Stiege, wo führt sie hin Was bläst den eiskalten Hauch? Was zieht zu diesem Schlund meinen Sinn? Was zurrt diese Schlinge im Bauch? Ein…

  • Der Kampf mit sich selbst Die Einen sind Angetrieben vom Mut, ohne Angst, ohne Erfahrung, ohne Gefühl. Sie haben noch keine Ahnung. Die Anderen sind Angetrieben vom Gefühl, ohne Humor, ohne Rücksicht, ohne Verstand. Sie sind tief verwickelt. Angetrieben vom Verstand! Die Übrigen sind ohne Scham, ohne Hilfsbereitschaft, ohne Verständnis für das Verhalten. Jener; sie…

  • Begegnung

    Begegnung Mehr aus Versehen kamst du in die Stadt. Dein Haus hat noch die alte Nummer – Sieben. Du stehst davor wie neu, ein wenig platt, wer weiß, was dich hierher getrieben. Die Kinderjahre. Hier hast du gewohnt. Den Zaun gibt’s immer noch, nur ohne Loch. Wie schade, denkst du, hätte sich gelohnt. Was bleibt,…

  • Der Entschluss

    Sie hört nur das Rauschen des Wassers um sich herum und ab und zu das Kreischen einer Möwe. Der Fels unter ihr ist rau und nass. Ihre nackten Füsse werden hier und da von einer Welle getroffen, die am Felsen zerschellt ist, obwohl sie mindestens sieben Meter über dem Wasser sitzt. Sie lässt ihren Blick…

  • Gier

    Nur kleines Glück? Das ist zuwenig,das große Glück allein macht seelig,mit Herrscher Krone auf dem Kopfzu schöpfen stets aus vollem Topf. Nur trautes Heim? Das ist Gefängnis,entgrenzt zu sein, heißt das Bekenntnis,mit Drogen flieht man Raum und Zeitund macht das Leben endlos weit. Der Müßiggang? Welch Langeweile!Befriedigung bringt nur die Eile,wer nicht in Hast die…

  • Geständnis

    Geständnis Ich hatte dich für lange Zeit vergessen und hätte nicht im Traum daran gedacht, daß alte Leidenschaft gereift erwacht, doch es ist wahr: Ich bin von dir besessen! Was mich einst störte, weiß ich heut zu schätzen im klaren Sehen, was mich zu dir trieb, weshalb mein Herz sich deinem Schutz verschrieb. Wie konnte…

  • Mein elektronisches Postfach für sein Herz Hab‘ mein Herz an ihn vergeben, seines einfach so bekommen, gleich ein Postfach eingerichtet, für die Küsse, seine Schriften, die gesammelten Gefühle, die er mir per E-Mail sendet. Bleibt es immer nur… beim Schreiben, treffen wir uns jemals wirklich? Sind die Klackertasten besser und der Blick in Richtung Bildschirm?…

  • Mein Tanz

    Und ich tanze, tanze um mein Leben, tanze um meine Pein. Den Tanz meiner Seele, der Sehnsucht, mehr ich selbst zu sein. Und ich tanze, tanze für meine Liebe… bin verliebt in jeden Ton. Tief in mir, meine Seele und mein Herz kennen die Musik schon. Und ich tanze, tanze gegen das Denken, tanze den…

  • Einfach zu gehn aus all den Mauern,all den Zwängen, fortzugehn, von allden wohlbekannten Klängen um zusehn, was da an Dunkelheit und … Farben in mir ist, ob wo so vielemeiner Träume starben, ob nochwas ist. Einfach zu gehn aus demBüro, wenn eine Kinderstimme ruft… nicht blind und taub sein, denn ichbin die, die da ruft,…

  • Herzens Weg

    Du fühlst dich hin-und hergerissen, es gibt ein Hier, es gibt ein Dort. Doch keins von beidem, willst du missen und darum ziehst du immer fort. Weg von dem einen Ort zum andern. Bist du ein Fremder auf der Flucht? Dein Herz beginnt stets neu zu wandern und lässt dabei nichts unversucht. Mal rast es…

  • Siehst mir in die Augen Siehst mir in die Augen, schwinden mir die Sinne, glühen heiß die Wangen, seh ich schräge Dinge. Seh am Himmel Geigen durcheinander stieben, finden sich zum Reigen auf Wolke Sieben. Auf dem Trampolin, wo keiner heute springt, weil’s zu regnen schien, hüpft ein Herz und singt. Hinter’m großen Regentank, geschützt…

  • Minuten

    Minuten Aus Minuten werden Stunden, daraus Wochen, Monat, Jahr, einfach nur als Zeit empfunden, stellen sie das Leben dar. Eingezwängt in Alltagssorgen, die uns selbstverständlich scheinen, hoffen wir auf besseres Morgen, und dann keine Tränen weinen. Teure Perlen, die Minuten, Stunden bündeln diesen Takt, Monate, die schlechten – guten, sind im Jahr mit eingepackt. Perlenketten…

  • Trauma

    Trauma Schluchzend bin ich aufgewacht, Tränen auf den Wangen, in dem Angsttraum Nacht für Nacht, immerzu gefangen. Aufgewacht an meinem Schrei, zittere ich noch immer. Komm‘ ich davon nie mehr frei? Nacht für Nacht wird’s schlimmer. Was mag bloß der Anlaß sein Schuld? Ich finde keine. Mein Gewissen weiß ich rein, dennoch schrei‘ ich, weine.…

  • Mutter Nacht

    Mutter Nacht Wie eine liebende Mutter umfängt mich die Nacht. In Stille, weich und warm, hält sie mich sanft bewacht. Wie einer liebenden Mutter öffne ich ihr mein Herz. Leise löst er sich auf, verweht in das Dunkel der Schmerz… Gleich einer liebenden Mutter streicht mir der Wind durchs Haar, er trocknet die Spur der…

  • Krebsgeschwür

    Krebsgeschwür Du unsichtbarer Feind, ich habe dich nicht eingeladen. Ich bat dich nicht an meinen Tisch und auch nicht, dich an mir zu laben. Du hast dich einfach eingeschlichen, hast dich lange gut vergraben. Doch deine nimmersatte Gier, hat dich schließlich doch verraten. Du ernährtest dich gut von meinem Saft, raubtest mir stets die Lebenskraft.…

  • Du bist; …

    Du bist; … Mein Traum, dem ich nicht traute das Haus, das ich nie baute. Mein Lied, es fehlte mir dein Klang, das ich nicht sang. Die Reise, die ich säumte, der Vers, den ich nicht reimte. das Wort, das ich nicht schrieb Sehnen, was mir blieb. Mein Stück, das ich nicht spielte, dies Glück,…

  • Spuren im Herz

    Spuren im Herz Wer tiefer in ein Herz sich schlich, wohl jenem Herz nie mehr entwich, erinnert, prägt, verweilt fortan, die Spur die nie verblassen kann. Selbst wenn uns stürmisch Winde wehen, im Sand wir nicht mehr Spuren sehen, sind jene Spuren im Herz verblieben, von jenen Menschen die uns lieben. Oh bitte du, geh…

  • Tausendmal

    Tausendmal Tausendmal in meinen Träumen, flieg ich leise durch die Nacht, wie ein Vogel in den Himmel, wo der Mond mir leuchtend lacht. Hüpfe über goldene Sterne, steh auf Wolken in dem Wind, tanze auf dem Regenbogen, wild mich drehend wie ein Kind. Tauche tief in blaue Meere, sehe Muscheln weiss wie Schnee, und vor…

  • Weil es dich in mir gibt Eines Tages erwachte ich, sah dass nichts mehr war auf dieser Erde. Grau um mich herum, keine Wege… keine Straßen Blumen und Bäume, ausgelöscht. Häuser Menschen, verschwunden. Mein Herz klopfte. Das einzige Geräusch das ich hören konnte. Die Sonne düster verhangen. Mond und Sterne, als wenn nie da gewesen.…

  • Geständnis Ich geb’s ja zu, was halb verdeckt, und sei’s auch nur durch Spitzenreste, die Gier der Sinne kräftig würzt: Das dünne Hemd, es schenkt uns wahre Feste! Es jubelt jedes Hirn’s Synapse über Schleier, Slips und Strapse, die Sucht durch Suche noch vermehren und prompten Zugriff, zart verwehren. Ist’s Unnatur? Ich muss gestehn: Das…