Du nanntest mich die Liebe deines Lebens,
hast mir ein ganzes Himmelreich versprochen.
Heut suche ich nach Zeichen – doch vergebens,
du hast das Band der Menschlichkeit gebrochen.
Ein Klick, ein Block, ein lautloses Verschwinden,
von einer Sekunde auf die nächste Nacht.
Wo Worte waren, ist kein Steg zu finden,
der Geist hat sich klammheimlich davongemacht.
Zurück bleibt nur die ohrenbetäubende Stille,
ein Vakuum, das meinen Geist umkreist.
War es die Feigheit, war es dein Wille,
der mich so jäh aus allen Träumen reißt?
Das Karussell der Fragen dreht sich weiter,
der Kopf sucht Sinn in deiner kalten Flucht.
Die Zweifel werden meine Wegbegleiter,
weil man die Schuld zuerst bei sich selbst sucht.
Doch deine Stille ist kein Urteilspruch über mich,
sie spiegelt nur dein eigenes Unvermögen.
Du flohst den Spiegel, der dir schmerzhaft glich,
und miedest jede Wahrheit in großen Bögen.
Es braucht Charakter, um ein „Nein“ zu sagen,
Rückgrat, dem andern in die Augen zu sehn.
Du konntest die Verantwortung nicht tragen
und zogst es vor, als Schatten fortzugehn.
Wer ehrlich geht, hinterlässt eine Narbe,
ein klares Wort gibt Raum für Schmerz und Zeit.
Doch wer verschwindet, raubt der Welt die Farbe
und hält mich fest in der Ungewissheit.
Ich schließe nun die Tür, die offen stand,
und nehme mir den Abschluss selbst zurück.
Du gingst als Geist – ich löse unser Band,
und ohne dich beginnt mein neues Glück.
Dana Stella Schuhr

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