Allein bei dir. Du hörst mich nicht,
hast mein Empfinden klein gemacht.
Ich bin für dich kein eignes Licht,
nur Schattenwurf in deiner Nacht.
Ich bin dein Kind, ich schrei nach dir,
doch du nimmst mich garnicht wahr.
Ich stehe so fremd vor deiner Tür,
und biet’ dir doch mein Innerstes dar.
Du nimmst mein Wort, nimmst mein
Vertrauen, um mich am Ende neu zu
quälen. Und lässt mich auf zwei Küsse
schauen, wo mir die wahren Worte fehlen.
Sieh mich doch bitte an! Nur dieses
Mal, bevor das Schweigen uns besiegt.
Beende diese stumme Qual, bevor
unser beider Herz in Trümmern liegt.
Der Rückzug
Ich wartete am Schwellenrand, bis
meine Stimme heiser klang. Ich bot
dir meine off’ne Hand, doch dein
Schweigen war ein harter Zwang.
Die zwei Küsse, die du mir da hast
gegeben, waren wie Echo ohne Ton.
Sie sollten mir die Sicht verweben,
doch ich erkannte die Leere schon.
Nun dreh ich mich um, so schwer
es fällt, und nehme den Schatten
mit mir fort. Denn in meiner eignen,
stillen Welt braucht meine Seele …
dein wahres Wort. Ich baue die Brücke
nun zu mir, statt Trümmer länger zu
verwalten. Ich schließe leise deine Tür,
um mein eigenes Licht zu entfalten.

Dana Stella Schuhr
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