Manchmal kommt Nähe nicht laut. Sie kündigt sich nicht an, fordert nichts und verspricht nichts. Sie setzt sich einfach neben dich, still und selbstverständlich, und plötzlich wird dein Atem ruhiger. Kein Feuerwerk, kein „Alles oder nichts“ nur dieses leise Wissen, dass jemand da ist und dass dieses Dasein genügt.
Es sind nicht die großen Gesten, die bleiben, sondern die kleinen Momente: ein Blick, der einen Augenblick zu lange dauert, eine zufällige Berührung, die mehr sagt als Worte, das Gefühl, sich nicht erklären zu müssen. Man sitzt nebeneinander, spricht über Alltägliches, lacht über Kleinigkeiten, und merkt erst später, wie tief es getroffen hat.
Dann geht man nach Hause. Die Räume sind dieselben wie immer, und doch verändert. Nicht leer, weil nichts da ist, sondern leer, weil eben noch etwas da war. Nähe hinterlässt einen Raum, und dieser Raum stellt keine Forderungen. Er fragt nur, ob man es gespürt hat.
In dieser Stille beginnt das Nachdenken. Leise, beharrlich. Man fragt sich, ob man Zeichen liest, die vielleicht nur Wunsch sind, ob etwas, das gut tut, auch bleiben darf. Zwischen Hoffnung und Vorsicht entsteht dieser innere Spagat: ehrlich fühlen, ohne zu drängen; offen bleiben, ohne sich zu verlieren.
Vielleicht liegt genau darin der Kern. Nicht in der Frage, ob daraus mehr wird, sondern in der Erkenntnis, dass man wieder fühlen kann, ohne sich aufzugeben. Dass Nähe möglich ist ohne Besitzanspruch. Dass Hoffnung leise sein darf und trotzdem echt.
Man lernt viel über sich selbst. Wie schwer es ist, Nähe zuzulassen, ohne sie festzuhalten. Wie schnell Hoffnung entsteht und wie nah ihr die Angst folgt. Und wie wichtig es ist, sich selbst treu ZU bleiben, gerade dann, wenn man jemanden gefunden hat, bei dem man ruhig wird.
Vielleicht ist Liebe nicht immer das große Wort. Vielleicht beginnt sie als Respekt, als Geduld, als das Wissen, jemanden willkommen zu heißen, ohne ihn festzuhalten. Und vielleicht ist Stärke nicht, nichts zu fühlen, sondern zu fühlen und trotzdem stehen zu bleiben. Nicht zu fliehen, nicht zu drängen, sondern Raum zu halten – für sich selbst und für das, was entstehen darf.
Es gibt kein Drehbuch. Kein garantiertes Ende. Man muss nicht wissen, wohin ein Weg führt, um ihn weiterzugehen. Manchmal reicht es zu wissen, dass man auf ihm aufrecht bleibt, respektvoll, mit Raum für den anderen und für sich selbst.
Vielleicht ist es nur ein leises Kapitel zwischen zwei lauten Abschnitten. Eines, das nicht erklärt werden will, sondern erlebt. Und vielleicht ist genau das schon genug: zu wissen, dass man Nähe erlebt hat, dass sie real war, und dass alles andere wachsen darf -oder auch nicht. Beides wäre in Ordnung.

Herzlichst ❤️ Dana Stella ⭐
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