Ich baute lang an jener Brücke,
aus Stein und Glaube, Wort für
Wort. Ich füllte jede leere Lücke
und hielt für dich die Wache dort.
Ich nannte es Geduld und Treue,
ein Warten aus der eignen Kraft,
ganz ohne Angst und ohne Reue,
aus dem, was meine Liebe schafft.
Doch während ich das Ufer hütete,
blieb deine Seite still und leer. Wo
ich die Hoffnung zart behütete,
kam von dir kein Zeichen mehr.
Dein Schweigen war kein Innehalten,
kein Suchen nach der rechten Zeit,
es war ein feiges Sich-Entfalten in
einer Kälte und Gleichgültigkeit.
Ich sah dich durch mein eigen Licht,
projizierte meinen Wert auf dich. Doch
wer nicht spricht und wer zerbricht,
verdient die beste Version von mir nicht.
Die Würde, die ich fast verloren,
habe ich im Sturm zurück erkannt.
Ich bin aus mir heraus geboren,
habe mich selbst am Ziel benannt.
Ich ziehe meine Hand zurück,
das Fundament der Brücke weicht.
Ich suche nicht bei dir mein Glück,
mein Herz ist nun von dir befreit.
Ich geh den Weg, er war zwar weit,
doch führt er mich zu mir nach Haus.
In meiner neuen Kostbarkeit –
lösche ich dein letztes Echo aus!
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