Die Kraft versiegt, der Geist wird leer,
das Eigene scheint mir so fern.
Ich trage an der Welt so schwer
und folge doch dem müden Stern.
Ich flüchte mich ins Schweigen rein,
verdränge, was mich quält und brennt.
Doch holt mich jede Angst stets ein,
die meine Seele beim Namen nennt.
Ich bin mir fremd und seh’ nur zu,
wie ich an mir vorübergeh’.
Ich suche Einsamkeit und Ruh’
und spür’ doch nur das kalte Weh.
Ich fluche laut, bereu’ das Wort,
das tief in mein Gedächtnis sticht.
Ich will von allen Menschen fort
und brauch’ doch jedes Augenlicht.
Verlorene Gesichter seh’ ich an,
die einst mir nah und teuer waren.
Ich lache, weil ich’s noch immer kann,
trotz all der Risse aus den Jahren.
Die Seele schreit, die Lippe bebt,
ein Flüstern nur dringt nach draußen vor.
Doch wer auch immer dies erlebt:
Es bleibt ein Licht am fernen Tor.
Denn Aufgeben ist kein Weg für mich,
der Puls schlägt fort, die Hoffnung bleibt.
Das Leben selbst – es hält auch dich,
egal, wohin der Wind uns treibt.

Dana Stella Schuhr
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