Mein Abschied

Es fällt mir schwer, diesen Text zu schreiben, weil ein Teil von mir immer noch hofft, dass ich ihn nie brauchen werde. Dass alles plötzlich Sinn ergibt. Dass du irgendwann vor mir stehst und sagst: Jetzt kann ich es. Jetzt bin ich da. Aber ich merke, dass genau diese Hoffnung mich festhält. Und ich kann nicht mehr warten auf etwas, das vielleicht nie kommt.

Am Anfang war alles so leicht. Nicht übertrieben, nicht künstlich, nicht dieses laute Verliebt sein, das brennt und genauso schnell verbrennt. Es war ruhig. Ehrlich. Vertraut. Ich habe mich bei dir sicher gefühlt, ohne zu wissen warum. Als würde mein Körper dich kennen, lange bevor mein Kopf hinterher kam. Du hast mir zugehört. Wirklich.

Du hast gefragt, hast nachgehakt, hast gemerkt, wenn etwas in mir anders war. Ich musste mich nicht erklären, nicht rechtfertigen, nicht kleiner machen. Ich war einfach ich und das hat gereicht. Und genau deshalb hat es mich getroffen, als du das erste Mal gegangen bist. Du hast nicht gesagt, du brauchst Zeit für dich. Du hast nicht gesagt, du musst Dinge sortieren. Du hast nicht gesagt, du kannst das gerade emotional nicht.

Du hast mich einfach von heute auf morgen geghostet. Kontaktabbruch durch Blockieren. Ich war traurig und geschockt. Ich habe dir Raum gegeben. Ich habe mich zurück genommen, obwohl es wehgetan hat. Was du mir aber nicht gegeben hast, war die Wahrheit. Nicht die ganze. Nicht die, die man ausspricht, wenn man den Mut hat, ehrlich zu sein.

Du bist gegangen, ohne mir wirklich zu sagen, wovor du eigentlich wegläufst. Und ich blieb zurück mit Fragen, mit Zweifeln und mit mir selbst. Als du zurück kamst, war da wieder dieses Gefühl. Diese Verbindung, die sich nicht erklären lässt. Dieses Da bist du ja. Aber du warst anders. Vorsichtiger. Zurückhaltender. Als würdest du ständig abwägen, wie viel Nähe erlaubt ist.

Und ich habe gespürt, dass ich mich anpasse. Leiser werde. Geduldiger. Nachsichtiger. Ich habe versucht, das Tempo zu halten, das du vor gibst. Ich habe versucht, dich nicht zu überfordern. Ich habe versucht, stark zu sein, verständnisvoll, ruhig. Aber irgendwann habe ich gemerkt: Ich halte nicht das Tempo selbst zurück.

Ich halte mich zurück. Du warst da und dann wieder nicht. Warm und dann distanziert. Zugewandt und dann unerreichbar. Und das Schlimmste war nicht die Distanz sondern dass ich wusste, wie nah du sein kannst. Dass ich diese Version von dir kenne. Die echte. Die offene. Die, die geblieben ist zumindest kurz. Ich habe angefangen zu spüren, wie sehr mich dieses Hin und Her verändert.

Wie ich anfange, auf Zeichen zu achten, die ich nie beobachten wollte. Wie ich warte. Wie ich hoffe. Wie ich mich selbst verliere, während ich versuche, dich zu verstehen. Und ich weiß heute: Ich will dich nicht halb. Ich will dich nicht nur dann, wenn es dir passt. Ich will keine Verbindung, die nur lebt, wenn sie leicht ist. Ich hätte dich geliebt. Nicht vorsichtig. Nicht zögerlich.
Sondern ehrlich, tief, ganz.

Aber Liebe kann nicht wachsen, wenn einer immer auf dem Sprung ist. Wenn Nähe kommt und geht wie ein Wetterwechsel. Wenn ich mich ständig fragen muss, ob ich gerade zu viel bin oder du einfach zu wenig da. Deshalb schreibe ich diesen Abschied. Nicht, weil alles schlecht war. Sondern gerade, weil es schön war. Weil ich diese Version von uns nicht entwerten will, indem ich sie zu etwas mache, das mich langsam kaputt macht.

Ich verabschiede mich nicht im Streit. Nicht im Hass. Nicht aus Wut. Ich verabschiede mich, weil ich mich selbst behalten will. Ich lasse dich gehen, so wie du mich damals im letzten Juni hast gehen lassen. Mit offenen Fragen. Mit einem Gefühl, das keinen klaren Abschluss kennt. Aber diesmal bleibe ich bei mir.

Vielleicht wirst du eines Tages verstehen, dass Zeit für sich selbst keine Ausrede sein darf, um jemanden im Unklaren zu lassen. Vielleicht wirst du lernen, zu bleiben, wenn es tief wird. Vielleicht auch nicht. Ich nehme das Gute mit. Und ich lasse los, was mich bindet. Das hier ist kein Ende, das laut ist. Es ist ein leiser Abschied. Aber ein endgültiger. Leb wohl!

Dana Stella ⭐

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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