Er entscheidet sich für das Wagnis: Er wird ihnen nicht befehlen, was sie glauben sollen, sondern ihnen zeigen, wie sie die Welt begreifen.
In den Ruinen eines verlassenen Apollon-Tempels versammelte der Sohn die ersten Suchenden. Er lehrte sie nicht das Gebet, sondern das Maß.
Die Wissenschaft: Er zeichnete Kreise in den Sand und erklärte die Bahnen der Sterne, nicht als den Tanz der Götter, sondern als die Mechanik der Unendlichkeit. Er zeigte ihnen, dass ein Fieber kein Zorn der Hera ist, sondern ein Kampf des Körpers, den man mit Kräutern und Logik gewinnen kann.
Die Kunst: Er gab ihnen den Meißel, nicht um Götzenbilder zu schaffen, vor denen man kniet, sondern um den menschlichen Schmerz und die menschliche Schönheit in Stein zu bannen. „Ein Standbild ist kein Gott“, sagte er, „es ist der Beweis, dass ihr existiert habt.“
Doch während die ersten Funken der Vernunft in den Köpfen der Menschen aufleuchten, beginnen die entmachten Götter oben auf dem Olymp, diese neuen Ideale zu korrumpieren: Ares flüstert den Gelehrten zu, wie man aus dem Wissen Waffen schmiedet, und Aphrodite verwandelt die Kunst in eine Droge der Eitelkeit.

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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