Im eigenen Takt

Mein Kopf war ein Saal voller Spiegel und Schrein,
Ich sperrte mich selbst in die Zweifel dort ein. „Zu
viel“ war das Urteil, „zu laut“ das Gefühl, verloren
im endlosen Gedankengespül.

Ich wartete stündlich auf das, was zerbricht, und
ich suchte im Dunkeln nach eigenem Licht. Die
Nächte waren laut, wenn die Welt draußen einfach schwieg, in mir tobte ein endloser, stummer Krieg.

Ich hielt an Scherben viel zu lange fest, ein Vogel,
der zitternd im Wind sich verlässt.„Bin ich jemals genug?“, fragte leise der Schmerz, und die Angst
legte schwere Ketten um mein wildes Herz.

Was andere in Wochen nur mühsam erbauen,
lässt mich die Welt in Sekunden durchschauen.
Erst herrscht das Zögern, die Stille, das Warten,
doch dann stürm‘ ich los durch den inneren Garten.

In ein, zwei Momenten erschafft meine Kraft, was Ordnung und Taktung sonst niemals geschafft.
Wenn andere starr vor Herausforderungen werden,
erschafft mein Verstand den Himmel auf Erden.

Dadurch bedingt kamen Feder, Wort und das
Bild, sie machten das Toben in mir wieder mild.
Ich schrieb mir die Seele vom Schatten befreit,
vergaß in dem Fokus den Raum und die Zeit.

Was früher als Makel im Wege mir stand, wird
heute zum Feuer in meiner Hand. Ich bin
nicht getaktet im fremden Metronom, ich
bin kein Gefangener – ich bin das Phantom.

Das Chaos sortiert und in Schönheit verwandelt,
weil Liebe nun endlich mit mir selbst verhandelt.
Ich darf so sein, bunt und im Fokus so weit –
ein echter Segen im Rhythmus der eigenen Zeit.

Dana Stella Schuhr

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