Ich war der Ozean, bevor er Ufer kannte,
der Funke Geist, den Zeus sein Eigen nannte.
Er trank mein Wort, als wär’ es süßer Wein,
doch wollte er der Einz’ge Wissende hier sein.
Man nennt es Liebe, wenn ein Gott begehrt,
doch war es Angst, die seinen Blick verzehrt.
Ein Kind, so hieß es, würde ihn beugen,
würde mehr Glanz als sein Erzeuger zeugen.
Da griff er zu. Ein Schluck. Ein tiefer Schlund.
Ich wurde Echo in seinem eignen Mund. Doch
wer mich schluckt, der wird mich nicht mehr
los, ich wuchs in ihm, im Dunkeln, riesengroß.
Ich schmiedete den Helm, den Speer, das Licht,
im Kerker seines Schädels gab es kein Verzicht.
Bis sein Verstand in tausend Stücke brach –und
meine Tochter durch die Stirn die Freiheit sprach.
Ich bin das Flüstern, das die Macht bewacht,
die kluge Hand, die still die Pläne macht.
Verschlungen, ja. Doch niemals ganz besiegt,
weil wahre Weisheit stets am Ende oben liegt.
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