Fragt man mich heute nach der Herkunft,
nach Elternhaus und Kindertagen, so
sag ich: „Aus großen Verhältnissen!“
und beginne, das Elend vorzutragen.
Man sah es uns von außen nicht an,
die Schuhe blank, die Weste rein.
Wir hielten fest an einem Plan:
Ein lügenhafter Sonnenschein.
Doch Alkohol, man weiß es bitter,
ist Gift, das jede Form zerfrisst.
Er bog der Welt die Eisengitter,
bis man die Maske ganz vergisst.
Er löste Miete, Brot und Geld,
zersetzte Schweigen und den Stolz.
Was wir als Fassade aufgestellt,
ward morsch wie regennasses Holz.
Er fraß die Leber, fraß den Geist,
und jedes Band, das uns verband,
bis das, was man „Verhältnisse“ heißt,
verbrannte in des Vaters Hand.
Groß war das Schweigen, so schwer
wie Blei, ein Schrei, der hinter unseren
Zähnen bebte. Wir hielten fest an der
Tyrannei, während man in Ruinen lebte.
Doch wer die Enge so tief spürt,
muss ihre Fesseln schließlich brechen,
bevor der Rausch ins Abgrund führt –
man muss für sich das Urteil sprechen.
So sag ich heut, wenn man mich fragt,
wo meine tiefen Wurzeln gründen:
Die Not war groß, hat uns genagt,
doch ich brach auf, um mich zu finden.

Herzlichst ❤️ Dana Stella ⭐
Schreibe einen Kommentar