Du glättest die Wogen mit leisem Geschick,
verbirgst jeden Sturm hinterm strahlenden Blick.
Doch seh ich den Abgrund, das dunkle Revier,
die stummen Orkane tief drinnen in dir.
Was nützt uns der Spiegel aus glitzerndem Blau,
wenn wir uns belügen im Morgengrau? Ein Schiff
ohne Tiefgang, das kentert im Wind – wir bleiben
uns immer fremd, wenn wir Masken nur sind.
Komm, lass deine Tränen, endlich wie Brandung geschehen, ich will deine Wellen in ihrer Wahrheit
verstehen. Nicht nur die Sonne, die obenauf lacht,
ich will auch das Grollen in deiner tiefen Nacht.
Denn Liebe ist Meer, nicht nur ein seichter Strand,
sie braucht auch das Salz und den rauen Verstand.
Erst wenn wir im Regen die Segel entfaltet, wird
aus dem Treibholz ein echtes Bündnis gestaltet.
Tauch auf aus der Rolle, sei Gischt und sei Stein,
im gemeinsamen Weinen wird’s ruhiger sein. Denn
Erst wenn wir den Grund unsrer Seelen berühren,
beginnen wir wirklich, uns beiden wieder zu spüren.

Dana Stella Schuhr
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