Das Gericht der Schatten

Einsamkeit ist kein stilles Land, sie ist
ein Jagdhund, losgerissen. Ich flüchte
vor der eignen Hand, gepeitscht von
meinem Mitvorwissen. „Ihr, Er, Sie, Es“…

sie sind geflohen, nur ich blieb zurück,
mir selbst zum Hohn. Gedanken ragen
hoch wie Schranken, ein Labyrinth aus
Angst und Licht. Ich renne blind durch…

Dornenranken, die Fratzen weichen heute
nicht. Sie jagen mich an jede Ecke, bis ich
mich tief im Dunkel strecke. Die Höhle
saugt mich in ihr Schweigen, ein Moment…

um kurz zu ruh’n. Wenn sich die Schatten
vor mir neigen, gibt es nichts mehr hier
zu tun. Das eigne Leben – sinkend’ Sand…
verdammt in diesem Niemandsland.

Ich trete raus, das Licht tut weh, ich
heb’ die Hände, ich gebe auf. Und
während ich dort zitternd steh’…
nimmt das Schicksal seinen Lauf:…

Sie stürzen vor, um mich zu fassen,
nicht um zu morden – um zu lassen.
Kein Schlag erfolgt, nur Arme weit,
sie drücken mich an ihre Brust.

Inmitten aller Grausamkeit erwacht die
schmerzliche Verlust-erkenntnis: Schütz
den Schatz, solang er brennt, bevor
die Nacht dich ganz von ihm trennt.

Einsamkeit sollte, glaube ich, trotzdem
jeder mal erleben und durchleben, es
ist grausam aber definitiv auch …

ein guter Lehrmeister in der Schule des
Lebens. Man lernt viel über sich selbst…
und viel über die Natur des Menschen.

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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