Ein falsches Wort

Ein falsches Wort, ein Blick zu viel,
schon schweigst du stolz im Gegenspiel.
Distanz wird zwischen uns zur Mauer,
aus dickem Kopf und Herzensdauer.

Das Recht zum Groll hab ich gelassen
ganz dir allein – ich kann’s kaum fassen.
Ich spür genau, in deinem Sinn ist heut
kein Platz für das, was ich bin.

Nur ein Versehen, ein kurzer Satz,
schon funkelt Zorn an deinem Platz.
Die Augen blitzen, kühl und fern, als
stünden wir auf einem andren Stern.

Um Nachsicht bitten? Zwecklos heut.
Der Stolz hat jeden Wunsch zerstreut.
Der Knoten, der mich bei dir hält, ist
aus dem Tuch der Welt geprellt.

Du schweigst genießerisch und lang,
mir wird vor deiner Stille bang.
Du strafst mich ab, willst fehlerfrei
und unfehlbar am Drücker sei’n.

Ein Lächeln wäre schon Verzeih’n,
doch du willst lieber einsam sein.
Wir sitzen zwar im selben Raum, doch
zwischen uns passt kaum ein Traum.

Ich wär so gern dein Knoten wieder,
dann legten sich die Zoten nieder.
Kein Tadel mehr, kein stummes Leid,
nur Zärtlichkeit und Einigkeit. Ich kann…

zwar oft mein Maul nicht halten,
doch seh ich dich mein Schicksal
walten. Du hörst mir zu, trotz allem
Groll, und nimmst mich für voll.

Du denkst nicht: „Soll sie endlich geh’n!“
Du willst mich noch immer neben dir
seh’n. Trotz Schweigen und trotz Wider-
hall: Du liebst mich echt du hast ’n Knall.

PS:
Wir lesen fremder Seelen Grund und
deuten stumm den fremden Mund.
Doch was wir glauben zu versteh’n,
sind Geister, die nur wir selbst seh’n.

Wir bauen uns aus Trug und Schein
den Grund, um tief gekränkt zu sein.
Nicht was man tut, verletzt die Brust
nur unsre Deutung bringt den Frust.

Wer meinen Weg am Tag durchquert,
ist mir zunächst der Beachtung wert.
Doch wer mir gleichgültig erscheint,
hat sich dies Urteil selbst vereint.

Dana Stella Schuhr

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