Sie war kein Zufall, kein flüchtiger Gruß, kein
Pfad, den man achtlos beschreiten muss. Sie
war ein Spiegel, klar und rein, doch fing sie
nicht sein Antlitz ein. Sie zeigte das Herz …
das er mühsam verbarg, die Sehnsucht nach
Heimat, so leise wie stark. Kein Kämpfer, kein
Held, der im Glanze besteht, nur ein Kind, das
im Wind nach der Wärme fleht. Es war eine …
Liebe, die tief unter die Haut, sich leise wie
Nebel ein Nest hat gebaut. Doch als sie ihn
forderte – ganz ohne Wort, trieb ihn die Angst
vor der Wahrheit fort. Er wählte den Lärm…
das vertraute Gefecht, denn Stille wirkt wahr
und die Nähe zu echt. Er klammert sich fest
an den alten Panzer, im Chaos der Flucht, im
gewohnten Getänze. So bleibt sie ein Leuchten…
ein Stern in der Fern, ein stummes Versprechen,
ein heilender Kern. Vielleicht schützt er sie,
vielleicht nur die Not, die ihm in der Tiefe der
Bindung gedroht. Doch spät kommt die Klarheit…
die Masken zerfallen, wenn Echos der Flucht in
der Leere verhallen. Dann sieht er das Blut an den eigenen Händen: Nicht sie schlug die Wunde – er
wählte das Enden. Er schnitt sich ins Herz, als er…
flüchtend entwich, und traf, statt der Liebe, am
meisten sich. Der Schmerz ist groß, die Stille nun
schwer, denn er lief vor sich selbst – und findet
nicht her. Doch tief in dem Schnitt, den er selbst…
sich versetzt, wo Reue den Boden mit Tränen nun
netzt, keimt leise ein Wissen, das Hoffnung belebt,
und zart an den Fäden der Zukunft schon webt.
Vielleicht führt die Einsamkeit, die ihn nun quält…
vom zurück zum Weg, den er einst nicht gewählt. Dass aus dem Zerbruch, den er betrauert, ein Zurück am Ende doch andauert. Denn wo noch Schmerz ist, ist Leben im Kern –es könnte ein Zurück geben, leuchtend und fern.

Dana Stella Schuhr
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