Wir saßen am Rand, am staubigen Weg,
jeder starrte ins eigene Sein. Doch eh
das Schweigen ein Wort sich erlegt’,
ließ fremder Schmerz den eignen allein.
Kein Prinz auf dem Schimmel, kein strahlendes
Licht, keine Königin fern in der Nacht. Doch
den unberührten Himmel – siehst du ihn
nicht? – den haben wir heim uns gebracht.
Und so gingen wir, so sprachen wir,
so lebten wir, Arm in Arm. Ein ferner
Frühling, ein spätes Papier, hielt uns
im Herbste noch wunderbar warm.
Wo sonst nur der Sturm in den Zweigen
hing,ntrug uns ein Falter ins Grün.
Die Zeit, die in unseren Händen fing,
ließ uns vor dem Dunkel entfliehen.
Wenn einen nur das Leichte leicht sein
lässt, wird Schweres auf einmal ganz
weit. Wir hielten das Glück in den Augen
fest, besiegten im Schlafe die Zeit. Doch…
dann kam der Winter, das Schweigen
so kalt,die Kälte kroch tief uns ins Blut.
Die Zärtlichkeit wich, wir wurden bald
Leider alt, erloschen ist jene Glut.
Das Wörtchen „Leider“ – zu oft schon
gesagt, der Schnee auf dem Herzen
so dicht. Wir haben nur alte Kleider
umarmt, im fahlen, verbrauchten Licht.
So schwiegen wir, so starben wir,
dem anderen nah und doch fern.
Hätt’ die Liebe uns doch rechtzeitig
entführt zu einem lebendigen Stern.

Dana Stella Schuhr
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