Das tiefe Ich

Diese finstre Ecke im Treppenhaus,
wo die Lichtstrahlen sterbend rufen,
sie ist mir, so oft ich sie ahne, ein Graus
und in ihrem Schatten die Stufen.

Woher die Stiege, wo führt sie hin?
Was bläst den eiskalten Hauch? Was
zieht zu diesem Schlund meinen Sinn?
Was zurrt diese Schlinge im Bauch?…

Ein Morgen mit Albdruck und Zittern,
der Nebel am Fenster steht dicht. In
der Ferne ein brodelnd Gewittern…
kalten Fußes im Dämmerlicht …

geh ich Schritt für Schritt auf altem
Gestein, geführt von Wähnen und
Schrecken, in das ewig lauernde
Dunkel hinein, den Boden der Angst…

zu entdecken. Tastend erreich‘ ich den
Kellergrund und erfühle, aus Holz, eine
Türe, hab‘ stillen Staub im trockenen
Mund, als ich kalt eine Klinke spüre.

Die Kammer dahinter ist schwarze Nacht,
ein Zündholz gibt zitternd mir Licht. Vor
flackerndem Stein eine Liege, bewacht,
von Gestalten mit weißem Gesicht.

Darauf mein Körper, mit offener Brust,
das Herz schon entnommen, es liegt in
der Schale der bleiernen Waage, die
just ihr schwankendes Urteil wiegt.

Diese Wesen, die Stirne runzelnd gefurcht,
sie drehen sich langsam und blicken direkt
in mein Innres, sie sehen die Furcht, ich
stürze den Richtspruch im Rücken.

PS:
Ich bin müde. Aber nicht, weil ich
zu viel getan hätte. Ich bin müde,
weil ich zu wenig getan habe von
dem, was mich lebendig sein lässt.
Ich will keinen Kampf mehr führen,
der tiefe Wunden hinterlässt.

Herzlichst ❤️ Dana Stella ⭐

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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