Das Gedicht „Wehmut“ ist ein tief emotionales Werk, das sich mit dem Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzt und die Schmerzhaftigkeit der Erinnerung thematisiert. Es schildert den Übergang von einer Zeit des großen Glücks in einen Zustand tiefer Trauer und Sehnsucht.

Strophe 1: Die glückliche Vergangenheit: Die ersten vier Zeilen etablieren das Bild einer idealisierten, glücklichen Beziehung. Das lyrische Ich beschreibt, wie der Partner (angesprochen als „Du“) sein Leben bereichert und beschützt hat:

„Auf bunte Träume mich gebettet“ / „blaue Tage zum Geschenk gemacht“: Metaphern für eine sorgenfreie, glückliche Zeit voller Hoffnung und Freude.“

Aus dem Schatten mich ins Licht gerettet“: Der Partner war eine Quelle der Rettung, des Trostes und der Sicherheit.“

Achtsam über meinen Schlaf gewacht“: Vermittelt ein Gefühl von tiefer Geborgenheit und Fürsorglichkeit.

Strophe 2: Die Intensität der Liebe. Die zweite Strophe verstärkt die Beschreibung dieser innigen Verbindung durch weitere sinnliche und poetische Bilder:

„Aus Rosenblüten hast Du mir den Weg bereitet“: Symbolisiert einen leichten, schönen und leidenschaftlichen gemeinsamen Lebensweg.

„Mit goldnen Fäden mir mein Kleid bestickt“: Ein Bild von Kostbarkeit und Hingabe, das die Beziehung als etwas Besonderes hervorhebt.

„Mich zu den Sternen und zum Mond begleitet“: Unterstreicht die Erfüllung und die Erhebung über den Alltag.“

Mit zauberhaftem Wort beglückt“: Betont die emotionale und intellektuelle Verbindung.

Strophe 3: Der Bruch und die Realität der Trauer: Mit der dritten Strophe erfolgt ein abrupter thematischer Bruch, der die schmerzhafte Wendung markiert:

„Das Herz brach mir. Du musstest mich verlassen“: Die Tragödie – der Verlust des Partners – wird direkt benannt.“

Bunte Träume gibt es nun nicht mehr“: Die Realität der Trauer zerstört die zuvor beschriebene Leichtigkeit.

„Wir waren reich, obwohl wir nichts besaßen“: Eine tiefgründige Erkenntnis, die den immateriellen Wert ihrer Liebe betont. Materieller Besitz war unwichtig im Vergleich zum Reichtum ihrer Beziehung.

„Ach, mein geliebter Schatz, ich vermisse Dich so sehr!“: Ein direkter Gefühlsausdruck, der die Tiefe der Sehnsucht offenbart.

Strophe 4: Der schmerzhafte Kontrast der Feiertage. Diese Strophe, die das Osterfest als konkreten zeitlichen Ankerpunkt nennt, verdeutlicht, wie Feiertage, die eigentlich Freude bringen sollen, im Zustand der Trauer besonders schmerzhaft sind:

„Und wie jedes Jahr zum Osterfeste- wünsche ich dir das Allerbeste!“: Ein bitter-süßer Gruß an den Abwesenden.“Doch das hast Du leider nicht, denn ich lebe weiter ohne dich!“:

Der Kontrast zwischen dem Wunsch nach dem Besten und der traurigen Realität, dass das Glück (die gemeinsame Existenz) unerreichbar ist. Das Leben geht weiter, aber es ist ein Leben im Mangel.

Strophe 5: Das Fazit der Wehmut: Die abschließenden Zeilen fassen das zentrale Gefühl des Gedichts zusammen:

„Ich werde uns ein Leben lang vermissen“: Eine ewige Verpflichtung der Erinnerung und der Trauer.“ Weißt du auch wie weh das tut? …Ich weiß wie sie sich anfühlt, die Wehmut!“:

Das Gedicht endet mit einer rhetorischen Frage und einer klaren Definition des zentralen Themas. Wehmut wird hier nicht nur als leichtes Vermissen, sondern als ein schmerzhaftes, tiefsitzendes Gefühl beschrieben.

Gesamtanalyse: „Wehmut“ ist ein Gedicht, das die Dualität von Erinnerung und Verlust meisterhaft Gegenüber stellt. Die lebendigen, positiven Bilder der ersten beiden Strophen machen den Schmerz der letzten Strophen umso deutlicher.

Das lyrische Ich durchlebt die Trauer als einen permanenten Zustand, der durch äußere Anlässe wie Ostern nur verstärkt wird. Die Sprache ist einfach, aber emotional aufgeladen, und vermittelt die universelle Erfahrung von Liebe, Verlust und der daraus resultierenden tiefen Wehmut.

Beitrag teilen
Avatar von Dana Stella Schuhr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert