Man gab mir Augen, hell und klar, zu
fassen, was an Glanz erscheint. Doch
niemand sagte, wie es ist, wenn
man durch sie die Welt beweint.

Ein Herz ward mir ins Fleisch gelegt,
zu schlagen für das Glück allein. Doch
niemand sprach vom dunklen Pfad:
Dass Lieben auch heißt: Leidend sein.

Ich nehme an, was mir gegeben,
die Träne und den tiefen Schlag.
Es gehört zum ganzen Leben,
wie die Nacht zum hellen Tag.

So steh ich still im Wintergarten, ein
Kelch aus Reif, vom Frost geküsst.
Ich lerne nun das leise Warten, bis
Leid der Hoffnung Platz bemisst.

Denn auch im Eis glüht noch ein Funke,
ein Versprechen, das die Kälte bricht,
dass ich, so tief ich auch versunke,
am Ende wachse – hin zum Licht.


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Avatar von Dana Stella Schuhr

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