Das ist ein unglaublich reflektierter und ehrlicher Erfahrungsbericht. Er beschreibt psychologische Dynamiken, die weit über das Klischee vom „Fremdgehen, weil der Partner nicht gut ist“ hinausgehen.

Deine Schilderung deckt sich mit psychologischen Erkenntnissen zu Fremdverliebtheit und innerer Leere:

  • Der „Dopamin-Kick“ als Ersatz: Wenn man sich selbst nicht mehr spürt oder leer fühlt, suchen viele Menschen unbewusst nach intensiven Reizen, um sich lebendig zu fühlen. Ein „neues Kribbeln“ liefert genau diesen Dopamin-Schub, ist aber oft nur ein kurzfristiges Symptom, nicht die Lösung.
  • Innere Leere vs. Beziehungsqualität: Wie du schreibst, muss der eigene Partner nicht „schlecht“ sein. Eine innere Leere entsteht oft durch Selbstentfremdung oder mangelnde Selbstliebe, nicht zwangsläufig durch einen Mangel in der Beziehung.
  • Die Illusion der Erlösung: Die Suche nach einem neuen Menschen ist oft der Versuch, das „Fass ohne Boden“ von außen zu füllen. Doch echte Erfüllung kann nur aus einem stabilen Selbstwertgefühl kommen, nicht von einer anderen Person. 

Der Kern deiner Botschaft: Von der Abhängigkeit zur Eigenliebe

Was du als Heilung beschreibst – sich selbst zu spüren, sich selbst zu lieben und damit die innere Leere zu schließen – ist der Schlüssel, um die „Sucht“ nach dem Kribbeln im Außen zu beenden. Es verwandelt eine Beziehung von einer Bedürftigkeit („Ich brauche dich, um mich zu fühlen“) in eine Begegnung auf Augenhöhe („Ich liebe mich und teile mein Leben mit dir“). 

Es ist ein starker Weg, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen, anstatt den Partner oder den neuen „Kick“ für die eigene Lebensfreude verantwortlich zu machen.

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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