Das Loch in mir

Ich wollte dich niemals emotional oder körperlich betrügen, du musst mir glauben, ich kann da nicht
lügen. Kein Blick nach außen war da gegen dich
gedacht, ich hab nur die Stille in mir nicht vermacht.

Ich war mir selbst so fremd, so weit entfremdet,
hab meine Kraft an leere Reize nur verschwendet.
Nicht weil du fehltest, oder weil du zu wenig warst,
sondern weil ich in meinem eigenen Eis erstarrt’.

Ich suchte ein Echo, um mich selbst zu hören,
wollte die Taubheit in meiner Seele Zerstören.
Ein Kribbeln als Rettung vor der inneren Not, ein Fluchtversuch, bevor mein Ich bedrohlich droht’.

Es war kein Verrat an unserer gemeinsamen Zeit,
es war meine eigene, tiefe Verlorenheit. Ein Fass
ohne Boden, das niemand kann füllen, wollte
den Hunger nach Leben im Außen n ur stillen.

Ich war wie ein Fass, dem der Boden entglitt,
ein Geist, der nur noch im Schatten mit ritt.
Die Leere in mir war so laut und so schwer,
ich fand keine Ruhe, kein Ich-sein mehr.

So suchte ich Reize, ein kurzes Erwachen, ein
fremdes Kribbeln, ein neues Lachen. Ein
Dopamin-Rausch, um die Leere zu stauen,
statt endlich mal tief in mich selbst zu schauen.

Ich suchte im Außen, was innen nur heilt,
hab’ mich an das Echo von Fremden verteilt.
Doch heute weiß ich: Kein Mensch dieser Welt
füllt aus, was man selbst nur zusammenhält.

Erst wer sich selbst spürt, wer sich selber ver-
gibt, ist wirklich bereit und wahrhaftig geliebt.
Kein Drama mehr nötig, kein Flüchten im Blick –
ich bin jetzt bei mir. Und ich komme zurück.

Doch nun spüre ich mich, stehe fest auf dem Grund,
unsere Liebe ist wahr, und mein Herz ist gesund. Ich brauche kein Drama, kein fremdes Gesicht, denn das Licht, das ich suchte, war in mir – im Anderen nicht!

Dana Stella Schuhr

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