Leere Freiheit

( Das Gift der Bedeutungslosigkeit

Der Stahl ist kalt, das Gold wird bleich,
Im leeren, hohen Götter-Reich. Kein
Donner rollt, kein Blitz mehr brennt,
Weil niemand mehr die Herrscher nennt.

Ares starrt auf stumpfes Eisen, die
Welt beginnt nun, selbst zu kreisen.
Im Tal steht er, im groben Kleid, und
schenkt der Welt die Einsamkeit.

„Ihr seid nun frei!“, so sprach sein Mund,
Doch unter ihnen gähnt der Schlund.
Denn Freiheit ist ein schweres Gut,
Wenn man nur kniet in fremder Wut.

Der Bauer starrt den Acker an,
Wo kein Gebet mehr helfen kann.
Wo früher Segen Früchte trieb,
Nur stumme Erde übrig blieb.

Die Leere frisst sich in den Sinn:
Ohne Befehl – wo geht man hin?
Im Schatten webt die List sich neu,
Die Götter warten ohne Scheu.

Wenn Sinn fehlt, wird die Gier zum
Licht, das die befreite Seele bricht.
Der Sohn erkennt im Abendrot:
Die Freiheit ohne Ziel ist Tod.

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Avatar von Dana Stella Schuhr

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